Der Pyrenäentrip - Teil 2

San Sebastian war wunderschön, aber uns zog es dann doch wieder in die Berge, wo wir gleich am ersten Abend von der französischen Polizei verfolgt wurden.

Ab in die Berge

Nach 3 Nächten und 4 Tagen San Sebastian packte uns die Abenteuerlust wieder und wir starteten in die Berge. Nach einem kurzen Stück Autobahn und einem letzten Tankstopp empfingen uns dann unsere ersten Pyrenäenpässe, die wir je nach Fahrertausch als Fahrer oder Beifahrer genießen konnten. Wirklich faszinierend war das ständig wechselnde Landschaftsbild, welches diese beeindruckende Gebirgskette bietet. Nach jeder Passhöhe erwartete uns entweder eine karge aber atemberaubende Felslandschaft oder bunte, saftige Vegetation. In jedem Fall war es ein imposantes Naturschauspiel und ich kann jedem, der gerne in den Bergen unterwegs ist, nur dazu raten einmal hierher zu kommen!


Sehr amüsant waren auch die immer wieder auftauchenden Tierherden, die in einer Seelenruhe die Straße entlang wanderten und sich von einem von hinten annähernden 550PS starken Sportwagen sowas von überhaupt nicht beeindrucken ließen. Manchmal wichen die hinteren Tiere noch zur Seite, während die vorderen keine Anstalten machten uns passieren zu lassen, sondern stur und zielorientiert ihres Weges schlenderten. Und so wurden wir oft mehrere hundert Meter von Ziegen, Schafen oder Kühen eskortiert. Die teils sehr engen Straßen und der immer wieder auftretende extrem dichte Nebel taten ihr Übriges um diesen ersten Tag in den Pyrenäen zu einem echten Abenteuer werden zu lassen.


Nach Einbruch der Dunkelheit hatten wir bereits die Gegend um Huesca erreicht und sind damit bereits ein drittel der geplanten Passrouten gefahren.

Im Nachhinein muss ich gestehen, dass das viel zu weit war und wir eigentlich viel öfter hätten stehen bleiben und die Landschaft genießen sollen, aber dazu werde ich in meinem Fazit noch etwas schreiben. 

Die Abenddämmerung zeigte ein völlig anderes Bild der Pyrenäen. Die eindrucksvolle Felslandschaft verschwand in der Dunkelheit und wurde abgelöst von der stilvoll abgestimmten Beleuchtung der Skiorte, die abwechselnd in einem Tal, einer Anhöhe oder hinter einem Bergfluss auftauchten.


Von der Polizei verfolgt

Die anstrengende Fahrt hinterließ ihre Spuren und Erschöpfung machte sich in mir breit. Der Drang in dem Hotel anzukommen, das wir von Unterwegs gebucht hatten, wurde immer größer. Entsprechend drückte ich etwas auf die Tube. Eine weiße Einkaufstüte, welche wir überfuhren, die aber nicht mehr im Rückspiegel auftauchte, machte mir etwas Kopfzerbrechen. So bat ich Sonja während der Fahrt die Kühlwassertemperatur etwas im Auge zu behalten, während ich Auto um Auto überholte. Ein uns entgegenkommendes Polizeifahrzeug ließ mich mal kurz meine Geschwindigkeit kontrollieren, beeindruckte mich aber nicht weiter, schließlich fuhren sie in die entgegengesetzte Richtung. Als wir endlich freie Fahrt hatten und die Tachonadel die 130 nur noch selten unterschritt, funkelnden mir über den Rückspiegel in weiter Entfernung bunte Lichter entgegen. Beim genaueren Hinsehen erkannte ich, dass das Licht nicht bunt, sondern blau war und blinkte. Uuups! Ich verlangsamte meine Geschwindigkeit und ließ das Fahrzeug aufholen, in der Hoffnung, dass es mich überholen würde. Aber anstatt sich nach dem Überholvorgang wieder von uns zu entfernen, wurde uns signalisiert, dass wir folgen sollen! Aber warum? Die konnten doch niemals unsere Geschwindigkeit im Vorbeifahren gemessen haben!

Wir fuhren der Gendarmerie bis  zur nächsten Tankstelle hinterher, wo ich unser Auto stoppte, den Motor abstellte und nach kurzem Zögern langsam ausstieg.

Ich ging den beiden - etwas finster dreinschauenden - Herren drei Schritte entgegen, als es mir plötzlich eine weiße Einkaufstasche vor meine Füße wehte. Nichtsahnend hob ich die Tüte auf, knüllte sie zusammen, steckte sie in meine Hosentasche und begrüßte die beiden Polizisten höflich aber zugegeben etwas eingeschüchtert. Nachdem sie meinen Ausweiß und meinen Führerschein kontrolliert und mich nach dem Grund meiner bzw. unserer Reise befragt hatten, erlaubte ich mir meinerseits die Frage zu stellen, warum sie uns aufgehalten hatten. Der Grund befand sich in meiner linken Hosentasche. Es war die weiße Plastiktüte, die sich beim Überfahren nicht wie vermutet vor den Kühlergrill legte, sondern vom Fahrtwind auf unser Kennzeichen gedrückt wurde. Die Polizisten sahen uns im Vorbeifahren und dachten wir wollen unsere Identität verheimlichen, drehten weit hinter uns um und verfolgten uns dann mit Hochgeschwindigkeit. Da sich die Tüte aber ohne mein Zutun wieder vom Auto löste und mir vom Wind vor die Füße geweht wurde, war ihnen klar, dass es sich nicht um Vorsatz handelte. Sie wünschten uns noch eine angenehme Reise und ließen uns weiter fahren.


Nur noch eine Partie UNO?

Völlig erschöpft erreichten wir gegen 21.00Uhr unser Hotel, wo wir auf dem Zimmer etwas ungemütlich die Reste unseres Reiseproviants zu uns nahmen. Ich wollte den Abend aber so nicht beenden und motivierte meine Mädels noch auf eine Partie UNO in die Hotelbar zu gehen. Freudig wurden aus dieser einen Partie noch einige mehr und Shirin, unsere kleine, rutschte auf ihrem breiten Sessel immer mehr von der Senkrechten in die Waagerechte und schlief dann irgendwann ein.


Am nächsten Tag zwang uns Minou ungewollt zu einem der schönsten Abende dieses Trips. Wie es dazu kam, erzähle ich euch im nächsten Teil.

Galerie

Facebook